Wir waren im Theater... - Grundschule Markersdorf

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Wir waren im Theater...

Schulreporter > SJ 2016-17
„Der Drache im Schrank“ - Ein liebevoll inszeniertes Märchen

von Silvia Stengel für die Sächsische Zeitung

Prinzessin Sophia hat Geburtstag und wünscht sich einen Hund. Aber den bekommt sie nicht. Tiere sind schmutzig, sabbern und hinterlassen überall Haare, sagt ihre Amme. Nicht einmal die Eltern von Sophia sind da. Aber die Oma hat an sie gedacht und ein Paket geschickt. Als sie es auspackt und ein großes Ei darin findet, verrät ein sechsjähriges Mädchen im Zuschauerraum schon mal, was darin ist: ein Drache.

Vorerst muss Sophia den Drachen verstecken. Als er noch klein ist, reicht dafür eine Schublade. Doch dann wird er immer größer und passt kaum noch in den Kleiderschrank der Prinzessin. Die Amme darf von ihm nichts mitbekommen. Als er Geräusche macht, hustet Sophia ganz laut. Die Amme denkt, sie ist krank und holt den Doktor. Aber der ist nur am Tage ein Arzt. Nachts wird er zum bösen Zauberer in einem düsteren Labor mit Flammen und Rauch, der dem Drachen die Seele nehmen und die Weltherrschaft erlangen will. Immer wieder kommt er in seiner schwarzen Kleidung, mit bleich geschminktem Gesicht auf die Bühne und schnauft so bedrohlich. Aber bald gibt es wieder einen Szenenwechsel und keinen Grund mehr, sich zu fürchten. Es geht wieder in das Kinderzimmer der Prinzessin, in eine felsige Landschaft oder zu einer Höhle.

Ein tollpatschiger junger Mann kommt auch noch ins Spiel: Smok, der Assistent des Zauberers. Dass er sehr schlau ist, findet erst Sophia heraus. Er kann ganz schnell eine Zauberbuchseite auswendig lernen und sich mit dem Drachen verständigen. Sie ziehen zusammen durch die Welt und es kommt der Moment, in dem der Drache mit den beiden fliegen muss. Das Publikum ist gespannt. Und dann fliegt er wirklich und das ist so wundervoll umgesetzt, dass auch die großen Zuschauer darüber staunen, wie ein Theater doch immer wieder so schön tricksen kann. Dabei wird der Drache nicht an Strippen gezogen, das wäre bei dieser Größe wohl auch etwas schwierig. Die Musik ist beeindruckend, mal ganz sanft, dann rockig, wenn die Prinzessin singt, beim Zauberer bedrohlich und beim Flug des Drachen atemberaubend. Dafür gibt es einen Extraapplaus, wie auch nach jedem Lied, das in dem Stück gesungen wird. „Träum den Traum und mach ihn wahr!“, heißt eines. „Jeder Mensch hat ein Talent, das beherrscht er exzellent.“

Natürlich siegt am Ende das Gute, wie das bei einem Märchen für Zuschauer ab drei Jahre erwartet wird. Dem Schauspieler im Drachenkostüm wird einiges abverlangt. Er muss sich ordentlich bewegen. Es erinnert oft an einen Hund, wenn er das Spielzeug zurückholt, das Sophia geworfen hat. Er legt sich auch gern mal auf die Seite und lässt sich von ihr kraulen. Es ist aber auch ein besonders schöner Drache in Regenbogenfarben. Am Ende gibt es einen langen Applaus nach dem fast zweistündigen Stück mit Pause im gut gefüllten Saal.

 
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